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Schatten zeichnen

Damit eine Zeichnung realistisch und dreidimensional erscheint, muss man die Linienzeichnung in eine schattierte Abbildung überführen. Das bedeutet ganz einfach, dass man bei einer Skizze, die in erster Linie aus den Umrisslinien des Motivs besteht, die Schatten zeichnen muss.
Denn erst durch die Darstellung von Schatten wirken Objekte dreidimensional und somit auch realistisch. Während die Linie hauptsächlich die Kontur beschreibt, geben die Schatten dem Betrachter Aufschluss über die reale Form des Motivs.

Für das Zeichnen von Schatten bieten sich für den Künstler unterschiedliche Techniken an wie zum Beispiel das Schraffieren, Wischen, Schummern und andere. Für die Form des Schattens von großer Bedeutung ist, aus welcher Richtung das Licht kommt.
Aber erst mal eines nach dem anderen. Zum Grundwissen über Schatten ist es als Erstes wichtig zu wissen, wie Schatten überhaupt entstehen und welche Arten von Schatten es gibt.

Schatten zeichnen
Ein Körper mit und ohne gezeichnete Schatten

Grundwissen Schatten für das Zeichnen

Schatten können nur durch Licht entstehen. Sie entstehen dort, wo wenig, kaum oder gar kein Licht hinkommt. Die Partien eines Körpers, die voll der Lichtquelle zugewandt sind, sind auch komplett ausgeleuchtet. Gelangt an eine Stelle weniger Licht, weil diese Stelle der Lichtquelle abgewandt ist oder von einem anderen Objekt verdeckt wird, entsteht dort ein Schatten. Je weniger Licht an eine Stelle gelangt, desto ausgeprägter und somit auch dunkler wird ein Schatten.

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Unterscheidung von Schattenarten

Man unterscheidet in der Kunst Körperschatten (auch Eigenschatten) und Schlagschatten (auch Außenschatten).

Schatten Arten
Unterschiedliche Arten von Schatten bei einer Kugel

Körperschatten

Körperschatten sind diejenigen Schatten, die ein Körper auf seiner eigenen Oberfläche entstehen lässt. Sie beschreiben die dreidimensionale Form des Körpers am besten.

Licht und Schatten zeichnen
Licht und Schatten führen zu hoher Plastizität in einer Zeichnung
Replikat von Dürers "Betende Hände"

Schlagschatten

Als Schlagschatten werden Schatten bezeichnet, die ein Körper auf den Boden wirft. Auch sie geben dem Betrachter Aufschluss über die Form eines Motivs – jedoch indirekter als die Körperschatten. Schlagschatten verdeutlichen jedoch am besten von welcher Seite das Licht kommt und unter welchem Winkel es einfällt. Gerade im Bereich des perspektivischen Zeichnens* sind viele Methoden bekannt, mit denen Schlagschatten modeliert werden können.

Schlagschattens zeichnen
Darstellung eines Schlagschattens in einer perspektivischen Zeichnung

Schatten zeichnen

Wenn man direkt von einem Motiv abzeichnet, kann man Schatten vor allem durch gute Beobachtung des Zeichenobjektes wiedergeben. Betrachte Dein Motiv genau und analysiere die Schatten, die entstehen. Gehe dabei völlig unvoreingenommen heran und versuche nicht daran zu denken, was du in Deinem Gehirn über das jeweilige Objekt abgespeichert hast.
Schwierig ist es auch exakt zu bestimmen, wie dunkel ein Schatten ist. Den richtigen Tonwert zu treffen spielt aber eine große Rolle, wenn ein Motiv realistisch und authentisch wirken soll.

Beim Zeichnen der Schatten muss man daraufhin mit großer Sorgfalt arbeiten. Achte darauf, dass Du nicht zu dunkel schraffierst. Zu helle Bereiche lassen sich leicht nachdunkeln, zu dunkle jedoch deutlich schwieriger wieder aufhellen. Der normale Radierer ist mit Vorsicht zu genießen, da er die Zeichnung unschön verwischen kann. Ein Knetradierer ist hier in den meisten Fällen die bessere Wahl.

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Techniken zum Darstellen von Schatten

Wie bereits im Intro beschrieben, bieten sich verschiedene Zeichentechniken an, wenn man ein Motiv schattiert. Die wichtigsten werden wir kurz erläutern.

Schraffur

Die Schraffur ist für viele Künstler die erste Wahl. Sie lässt sich mit sämtlichen Zeichenwerkzeugen anwenden wie Bleistift, Tinte, Kugelschreiber, Kohlestift, Fineliner, Marker etc.

Bei der Schraffur werden dünne Linien nebeneinander gezogen, die in unterschiedlichem Winkel zueinander verlaufen können, aber auch komplett parallel sein können. Durch Verringerung der Linienabstände können Schatten dunkler gezeichnet werden, durch das Aufweiten der Abstände werden hellere Schatten dargestellt. Auch indem man über eine bestehende Schraffur eine weitere zeichnet, die in anderem Winkel ausgerichtet ist, verdichtet man das Netz und der Bereich wird dunkler.
Was in der Theorie relativ kompliziert klingt, ist in Wirklichkeit ziemlich einfach zu verstehen und auch sehr intuitiv mit dem Stift in der Hand umsetzbar.

Hier sind drei Arten der Schraffur:

 Zeichentechnik Schraffur
Verschiedene Schraffurtechniken - von links nach rechts:
Einfache Schraffur, Kreuzschraffur mit zwei Richtungen, Kreuzschraffur mit drei Richtungen

Wischen

Durch Wischen kann man sehr gleichmäßige Tonwertverläufe und Schatten zeichnen. Es werden dabei geschummerte oder schraffierte Fläche mit dem Finger oder einem Wischwerkzeug verwischt. Dazu eignet sich am besten ein Estompe.

Kohle wischen
Kohle wischen mit einem Estompe

Durch die Verwendung der Wischtechnik ist man jedoch bereits an der Grenze zwischen Zeichnen und Malen angelangt. Denn beim Wischen werden Striche und Punkte unsichtbar, welche den ursprünglichen Grundzug der Zeichnung ausmachen.

Schummern

Wenn man einen Bleistift extrem schräg zum Papier hält – also quasi mit der Breitseite -, nennt man diese Art des Zeichnens Schummern. Es ist eine Technik, mit der man schnell zu Ziel kommt und in kurzer Zeit auch größere Flächen mit einem Tonwert ausfüllen kann. Beim Zeichnen eines Schatten kann man auch schöne Verläufe darstellen und es sind keine Striche sichtbar.

geschummerte Schatten
geschummerte Schatten an einem Felsen

Nachteil des Schummerns ist, dass Zeichnungen etwas unscharf werden können. Zudem geht der typische Charakter einer Zeichnung verloren, da keine – oder kaum noch – Striche sichtbar sind. Zeichnungen, die durch schummern schattiert wurden, sehen oft ein weinig „unsauber „aus.


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