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Zeichnen lernen online
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Tonwerte & Helligkeitsabstufungen als künstlerisches Gestaltungsmittel beim Zeichnen und Malen

In einem Bild liegen unterschiedliche Helligkeitsabstufungen vor, diese werden Tonwerte genannt. Ein Tonwert entspricht genau einem Grauton. Tonwerte sind jedoch nicht nur in Schwarz-Weiß-Bildern zu finden, sondern auch in farbigen Gemälden. Hier liegen sie sozusagen unter der Farbe verborgen und werden sichtbar, wenn man zum Beispiel ein Foto in ein Schwarz-Weiß-Bild umwandelt.

Farbe und Tonwert sind gegensätzliche Elemente eines Bildes, sie löschen sich gegenseitig aus. Bei Bildern mit starken Kontrasten durch starke Helligkeitsabstufungen wirken weniger farbig, umgekehrt besitzen stark leuchtende Farben nur geringe Tonwerte.

Tonwerte in Farbbildern
Darstellen der Tonwerte in einem Farbbild

Schon Tizian oder Leonardo da Vinci nutzten die Technik der Schichtenmalerei, bei der Farbtöne und Tonwerte in mehreren getrennten Schichten gemalt werden. Mit Weiß-Höhungen wurden die Tonwerte dargestellt, während für die Farbtöne Lasuren genutzt wurden. Der Maler muss bei dieser Primamalerei den Tonwert, also die Helligkeitsabstufungen und die Abstufungen der Farbe parallel im Auge behalten.

Histogramm / Tonwertkurve

Die Tonwerte eines Bildes können in vielen Bildbearbeitungsprogrammen über ein sogenanntes Histogramm als Tonwertpalette dargestellt werden. Ein Histogramm ist eine grafische Darstellung der Tonwertverteilung. Es wird oft auch als Tonwertkurve bezeichnet.

Das Histogramm enthält dabei die Anteile von weißen und schwarzen (maximal hellen oder dunklen) Bereichen und den dazwischenliegenden Grauabstufungen.

Tonwert-Histogramm
Tonwert-Histogramm in einem Bildbearbeitungsprogramm

Eine sehr detaillierte Beschreibung des Histogramms findet Ihr auf dieser Website:
Tonwerte-Histogramm

Wie Ihr das Tonwerte-Histogramm beim Zeichnen und Malen einsetzen könnt, um mehr aus Euren Bildern herauszuholen lest Ihr hier:
Tonwerte-Histogramm einsetzen

Licht und Schatten mit Tonwerten darstellen

Der Tonwert sorgt für einen plastischen Bildeindruck, da man damit das Spiel von Licht und Schatten darstellen kann.
Licht, das auf einen Körper trifft, sorgt für wahrnehmbare Schatten und Erhöhungen. Am Körper zeichnen sich unterschiedliche Helligkeitsabstufungen ab, er wirkt plastisch auf den Betrachter. Durch den Einsatz von Licht- und Schattenverläufen wirken die Objekte beim Zeichnen räumlich.
Ohne den Einsatz von Helligkeitsabstufungen wirkt ein Körper zweidimensional, erst mit Schattenverläufen entsteht ein plastischer Eindruck. Eine farbige Fläche wirkt bei starker Lichteinstrahlung nahezu weiß, in Dunkelheit hingegen schwarz.

Tonwert darstellen
Einfaches Beispiel für die Darstellung von Plastizität durch Tonwerte

Eine Zeichnung oder ein Gemälde unterscheidet sich von der Realität immer dadurch, dass es als zweidimensionale Fläche immer mit dem gleichen Licht wahrgenommen wird und selber keine räumliche Dimension besitzt. Die steinzeitlichen Höhlenmaler machten sich die unterschiedliche Beschaffenheit der Höhlenwände zu Nutze um Tonwerte zu verstärken und so die räumliche Wahrnehmung beim Zeichnen zu intensivieren. Auch beim Relief wird der Lichteinfall aus unterschiedlichen Winkeln für Helligkeitsabstufungen genutzt.

Wie man Plastizität darstellen kann Tonwerte zeichnerisch umsetzt erfahrt Ihr in den folgenden Anleitungen:
Dreidimenstional zeichnen
Tonwerte mit Schraffur umsetzen

Tonwertabstufungen - der Kontrast aus Hell und Dunkel

Die Helligkeitsabstufungen von Hell und Dunkel bilden die Bandbreite der vorhandenen Tonwerte. Sehr starker Kontrast bedingt ein Fehlen an Mitteltönen, es herrschen im Extremfall reines Weiß und Schwarz vor. Ein direktes Aufeinandertreffen von hellen und dunklen Tonwerten wird als betonter Hell-Dunkel-Kontrast bezeichnet. In der Realität liegen besonders Starke Hell-Dunkel-Kontraste bei sehr kräftigem, direktem Licht vor. Bei eher diffusem Licht minimieren sich die Helligkeitsunterschiede.

In der Regel ist es für eine spannungsreiche und ansprechende Zeichnung empfehlenswert kontrastreich zu zeichnen. Kontrastarme Zeichnungen wirken oft langweilig. In manschen Fällen kann es sich jedoch um einen gezielt eingesetzten und erwünschten Effekt handeln.
Im Bild unten findet Ihr einen Vergleich zwischen kontrastreichem und kontrastarmem Zeichenstil.

Tonwerte - Tonwertabstufungen - Kontrast
Vergleich zwischen kontrastreichem und kontrastarmem Zeichenstil

Tonwert und Kunst - Malstile und Umsetzungen

Tonwerte werden in verschiedenen Kunststilen unterschiedlich dargestellt. Realistische Malstile zeichnen sich durch eine starke Skalierung der Tonwerte aus, während in der abstrakten Malerei kräftige, leuchtende Farben überwiegen.

In der Moderne wurde zunehmend die Verwendung von Schwarz beim Zeichnen zur Tonwert-Erzeugung abgelehnt, ein lebendiges Valeurs (= Bezeichnung für Farbtonwerte) wird bevorzugt durch das Zeichnen mit der jeweiligen Komplementärfarbe erreicht. Dahingegen sind in der Schwarzweiß-Malerei, bei Druckgrafiken und in der S/W-Fotografie Helligkeitsabstufungen per Tonwert ein wesentliches Bildgestaltungselement.


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