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Bleistiftzeichnen

Der Bleistift ist eines der beliebtesten und am häufigsten verwendeten Zeichenwerkzeuge. Doch was macht das Bleistift-Zeichnen eigentlich aus? Welche Zeichentechniken kann man mit dem Bleistift anwenden? Und warum ist gerade dieses Zeichenwerkzeug so beliebt? Diesen grundsätzlichen Fragen soll in diesem Artikel auf den Grund gegangen werden, auch um dabei mehr über das Zeichnen mit Bleistift zu lernen.
Der erste Schritt dabei ist, zunächst das Zeichenwerkzeug selbst zu analysieren.

Was ist ein Bleistift?

Bei einem Bleistift handelt es sich um eine Graphitmine, die in einen Schaft aus Holz eingebettet ist. Die heutzutage irrtümliche Bezeichnung Bleistift liegt darin begründet, dass das einst verwendete Graphit lange Zeit für Bleierz gehalten wurde.
Seit dem 19. Jahrhundert wird die Mine aus einem Graphit-Ton-Wasser-Gemisch gebildet. Die Härte der Mine kann durch die Anpassung des Mischungsverhältnisses beeinflusst werden.

Bleistift

Was sind die Besonderheit beim Zeichnen mit dem Bleistift?

Die Besonderheiten beim Bleistiftzeichnen vergegenwärtigt man sich am besten durch den Vergleich zu alternativen Zeichentechniken. Allen voran ist hier das Zeichnen mit Tusche zu nennen. Daneben können aber auch Kugelschreiben, Fineliner* oder dünne Fasermaler* zum Zeichnen und Skizzieren verwendet werden.

Hier eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Besonderheiten beim Zeichnen mit Bleistift – eine genauer Ausführung folgt danach:

  1. Variieren des Farbauftrags möglich
  2. Variieren der Strichstärke möglich
  3. Schrägstellung des Bleistifts möglich
  4. Radieren ist möglich
  5. Verwischen ist möglich
  6. Spitzen möglich & nötig
  7. Kein Aufnehmen von Flüssigkeit notwendig
  8. Kein Spritzen oder Tropfen
  9. Kein reines Schwarz möglich

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1. Variieren des Farbauftrags

Was den Bleistift im Vergleich zu anderen Zeichenwerkzeugen besonders macht, ist vor allem die Möglichkeit den Farbauftrag (bzw. Graphitauftrag) durch den Anpressdruck zu variieren. Bei leichtem Aufdrücken entsteht ein sehr zarter Grauton, durch Erhöhung des Drucks wird der Tonwert dunkler. Mit dem Einsatz von Bleistiften unterschiedlicher Härte kann dieser Effekt voll ausgeschöpft werden und es ist möglich Bilder mit einer extrem hohen Vielfalt an Tonwerten zu schaffen.

Farbauftrag Bleistift
Schraffur mit einen H4 (oben) und einem B4 (unten) Bleistift

Diese Eigenschaft des Bleistifts bringt unter anderem den Vorteil, dass komplett ausgefüllte Flächen mit einem sehr hellen Tonwert erzeugt werden können. Beim Zeichnen z.B. mit Tusche müsste ein hellerer Tonwert durch  eine Reduzierung der Dichte der Schraffur realisiert werden.

2. Variieren der Strichstärke

Auch die Strichstärke kann durch Veränderung des Anpressdrucks verändert werden. Tuschefedern lassen dies zwar auch zu, doch beim Fineliner oder Kugelschreiber ist dies beispielsweise nicht möglich.

3. Schrägstellung des Bleistifts

Der Strich des Bleistifts lässt sich auch durch die Haltung des Stifts beeinflussen. Hält man den Stift schräger, wird auch der Strich dicker. Den dünnsten Strich kann man zeichnen, wenn man den Bleistift in einem 90°-Winkel zum Zeichengrund hält.

Bei extremer Schräglage wendet man sogar eine eigene Zeichentechnik an. Gemeint ist das allseits bekannte Schummern. Eine Technik, die schnell zum Ziel führt, aber von einigen Künstlern sehr kritisch betrachtet wird, da der grafische Charakter der Zeichnung verloren geht.

Schummern mit Bleistift
Zeichnung eines Felsen durch Schummern

4. Radieren ist möglich

Ein weiterer großer Vorteil beim Zeichnen mit Bleistift, ist dass es möglich ist zu radieren. Dabei kann man den Radierer sogar gezielt einsetzen, um bestimmt Effekte zu verwirklichen. Hierfür kann man zum Beispiel einen Radierstift oder den Knetradierer verwenden.

Radierer
Unterschiedliche Radierer für das Zeichnen mit Bleistift

5. Wischen

Bleistiftstriche können verwischt werden. Das kann ein Vorteil sein aber auch ein Nachteil. Baut eine Zeichnung sehr stark auf der Wischtechnik auf, eignet sich jedoch Kohle als Zeichenmedium besser. Will man das Verwischen vermeiden, muss man bei einer Zeichnung steht darauf achten, dass man nicht aus Versehen darüberwischt.

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6. Spitzen möglich & nötig

Ein Bleistift muss immer wieder angespitzt werden, damit man weiter zeichnen kann und die Linien die gleiche Linienstärke haben. Das nimmt ein wenig Zeit in Anspruch und kann nervig sein. Auf der anderen Seite hat man den Vorteil, dass man mit dem gleichen Stift dünnere und dickere Linien ziehen kann.

7. Kein Aufnehmen von Flüssigkeit notwendig

Während das von Zeit zu Zeit erforderliche Spitzen ein Nachteil sein kann, hat man hingegen den Vorteil, dass man keine Flüssigkeit aufnehmen muss. Dies wäre jedenfalls beim Zeichnen mit Tusche und Feder notwendig.

8. Kein Spritzen oder Tropfen

Ein weiterer Vorteil dieser trockenen Zeichentechnik ist, dass nicht die Gefahr besteht aus Versehen mit Farbe zu Tropfen oder zu Spritzen – das typische Horrorszenario für jeden, der mit Tusche und Feder zeichnet. Ein umgestoßenes Tuschegläschen oder eine tropfende Zeichenfeder und das Meisterwerk ist verdorben.

9. Kein reines Schwarz möglich

Eine Einschränkung, die man beim Zeichnen mit Grafit hinnehmen muss, ist die Tatsache, dass man kein reines Schwarz zu Papier bringen kann. Der weichste Stift erzeugt den dunkelsten Ton, der mit einem Bleistift noch darstellbar ist. Es handelt sich dabei aber immer um ein dunkles Grau, nicht jedoch um ein tiefes Schwarz.

Vergleich Bleistift Tusche
Vergleich zwischen Bleistift (links) und Tusche (rechts)

Will man mit reinem Schwarz zeichnen – was aus optischer und gestalterischer Sicht sehr reizvoll sein kann – verwendet man lieber Tusche als Zeichenmedium*. Auch Fineliner* können schwarze Linien ziehen und sind gerade bei Grafikdesignern und Comiczeichnern sehr beliebt.


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